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Podiumsdiskussion

Der Mensch im Fokus der Forschung:

Technik hilft heilen – Prävention, Diagnose, Therapie

Vortragsreihe Visionen – Innovationen – Märkte in der Forschungsfabrik Nürnberg

 

Von der Wiege bis zur Pflege wird der Mensch immer stärker durch neue Entwicklungen der Medizintechnik begleitet.

Im Rahmen ihrer jährlichen Vortragsreihe in der Forschungsfabrik Nürnberg haben deshalb das Fraunhofer-Institut IIS, Prof. Gerhäuser, und der Lehrstuhl FAPS der Universität, Prof. Feldmann, diesmal als Schwerpunktthema „Der Mensch im Fokus der Forschung“ gewählt. Die Auftaktveranstaltung vor einem großen Kreis interessierter Zuhörer befasste sich mit neuen technischen Entwicklungen zur Prävention, Diagnose und Therapie. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Medizin- und Technikwissenschaften hat in den vergangenen Jahren zu leistungsfähigen neuen Geräten und informationstechnischen Lösungen geführt und bietet in Zukunft noch großes Innovationspotenzial zur Steigerung der Lebensqualität der Menschen.

In seiner Einleitung betonte Prof. Feldmann mit verschiedenen statistischen Daten die Einflüsse der demografischen Entwicklung und die volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens. Im Vergleich zu den industriellen Sektoren in Deutschland ist der Gesundheitsbereich nicht zuletzt ein erheblicher Beschäftigungsfaktor.

Prof. Michael Weyand, Direktor der Herzchirurgischen Klinik und Inhaber des Lehrstuhls für Herzchirurgie an der Uni Erlangen-Nürnberg, setzte in seinem Beitrag einen besonderen Schwerpunkt mit der Entwicklung und dem möglichen Einsatz von künstlichen Herzen. Durch aktuelle wissenschaftliche Erfolge sind hierzu leistungsfähige Systeme entstanden. Trotzdem bleibt die Implantation von Spenderherzen im Ernstfall weiterhin die bevorzugte Lösung. Angesichts der langen Warteliste bei Organspenden kann die zwischenzeitliche Implantation künstlicher Elemente lebenserhaltend wirken. Weitere Forschungsfelder sind die technische Unterstützung der Restfunktionalität bei erkrankten Herzen.

Als Vertreter der Industrie, stellte Britta Fünfstück Siemens AG, Bereich Healthcare, in ihrem Beitrag neue Bildgebende Systeme und Softwarelösungen für die Computer Tomographie und die Magnet Resonanz Tomographie vor. Die beeindruckenden technischen Entwicklungen führen neben erheblichen Kostenvorteilen vor allem zu erweiterter Diagnosequalität und Patientenkomfort. Ergänzend erläuterte Frau Fünfstück die Rationalisierungspotentiale im Krankenhausbereich durch neue Informationssysteme mit Workflow- und Knowledge-Management und integrierten Lösung für Patientendaten.

Einsatz von Robotern in der Medizin

Ein hochaktueller Beitrag in der Kooperation von Medizin und Technik ist die Entwicklung und Erprobung von Robotern für medizinische Anwendungen. An verschiedenen Beispielen aus der Neuro- und Herzchirurgie sowie der Zahnmedizin erläuterte Prof. Klaus Feldmann, die Perspektiven und die derzeitigen Grenzen des Geräteeinsatzes. Am Erlanger Lehrstuhl FAPS werden derzeit in einem Verbundprojekt alternative Lösungen zur erweiterten Manipulation von Diagnose- und Bestrahlungsgeräten für Tumorpatienten entwickelt.

Ein bereits erfolgversprechendes Feld ist beispielsweise die Rehabilitationsunterstützung bei Gehbehinderungen mit freiprogrammierbaren Geräten.

Mit einer intensiven Diskussion über Potentiale und Grenzen der Technik im Medizinbereich und den Wechselwirkungen mit den Kosten wurde die Veranstaltung abgeschlossen.